Gudrun Kropp, Autorin

nachdenkliche-gedichte - Gudrun Kropp - Autorin - DesignBlog
Gedichte- auch für Kinder
und Erwachsene

Ein Wunder

Ein Wunder brauche ich
Gibt es Wunder eigentlich?
Es ist unfassbar
diese Frage stellt sich mir
seit Langem schon
Doch gibt es Wunder jeden Tag
stell ich mich vor den Spiegel
und sehe mich
kann es nicht fassen:

Denn dieses Wunder
das bin ICH

© 2024 | Gudrun Kropp | Schongau


Manchmal

Manchmal kannst du Dich
ganz und gar nicht leiden
und weißt
noch nicht einmal warum
Doch mache Dir nichts draus
es nimmt dir niemand
krumm

Am besten setzt du dich
still auf einen Stuhl
lauscht in dich hinein
und fragst dich
was genau es ist
das dich so traurig macht
und warum für dich
ausgerechnet heute
nicht die Sonne lacht

Dann schaue zum Himmel auf
und schreibe einfach
deine Gedanken

auf ein Stück Papier
lege es sorgsam an einen
guten Platz
und es wird dir gleich
viel besser gehen
glaub es mir


© 2024 | Gudrun Kropp | Schongau


Du suchst

Du suchst
Nach dem Grund
Deiner Selbst
Unsicherheit
Deiner Verletzlichkeit
Lässt dich
Auf Unbekanntes ein

Begibst dich
Auf unsicheres
Terrain

Im Grunde
Bist du auf dem
Richtigen Weg

© 2024 | Gudrun Kropp | Schongau


Mut haben

Einmal  seine Wegstrecke
In die entgegengesetzte
Richtung gehen laufen

Einmal  den ausgetretenen Pfad
Verlassen
Ihn aus einer völlig neuen Perspektive
Betrachten
Bewusst die Blickrichtung ändern
Und doch die Gewissheit
Haben auf dem Weg
Zu sein

Einmal das Gewohnte
Durchbrechen
Sicherheiten aufgeben
Einmal nur für mich

Um die eigene Wahrnehmung
Umzuprogrammieren
Um sich wieder neu
Lebendig zu fühlen

Einmal  sich einlassen
Auf Unbekanntes
Einmal das Vertraute verlassen

Einmal nur für mich

© 2024 | Gudrun Kropp | Schongau


Du glaubst

Du glaubst, nicht gut genug
Zu sein
Nicht den Maßstäben
Der Gesellschaft
Zu entsprechen

Du weißt dass dein Cool-sein
Dein Über-alles-drüber-stehen
Nur gespielt ist
Dass Du dich nicht wirklich
So fühlst.

Du sagst, andere tun es doch auch
Du willst nicht herausfallen
Aus der Masse
Um keinen Preis
Selbst wenn es dich
Den Verzicht
Deines Selbst kostet

© 2024 | Gudrun Kropp | Schongau


Der Mensch

Der Mensch
Zur Liebe
Bestimmt

Höchste Würde
Berufung
Ein göttliches
Gegenüber
Zu Sein

Der Mensch

In seiner Blindheit
Schlägt
Die Chance
Seines Lebens -
Aus

© 2024 | Gudrun Kropp | Schongau


Ohne ein ICH

I – Identität
C – Charakter
H – Herz

Bist du
Nur die
Fälschung
Eines
Originals

© 2024 | Gudrun Kropp | Schongau


In der Wirrnis dieser Zeit

In der Wirrnis dieser Zeit
Liegt es auch in unseren Händen
Welche Wende
Unsere Welt
Nimmt

Denn am Ende
Dieser Zeit
Zählt nur
"Was hast Du getan?"
Es zählt nicht mehr
Dein Wenn und Aber

Es zählt einzig und allein
Nur Deine Tat

© 2024 | Gudrun Kropp | Schongau

DU, Mutter Erde

Wie lange noch erduldest du
den Schmerz derer, die auf deinem
Erdboden den Tod fanden?
Leiber entsorgt wie Abfall.

Du blutgetränkte Erde,

Regen vermag diese menschliche
Schuld nicht abzuwaschen.
Bäume stehen still,
zu stummen Zeitgenossen
verbannt,
oh, könnten sie doch reden.

Du Mutter Erde,
schon lange kannst du
die vielen geweinten Tränen
der Mütter und Väter
unschuldig Ermordeter
nicht mehr fassen.

Schreien möchtest du,
doch selbst dein Schreien
geht im Lärm des Kugelhagels,
der Bomben und Raketen unter.

© 2024 | Gudrun Kropp | Schongau


Dein Weg

Dein Weg ist dir zu beschwerlich geworden.
Du hast tapfer durchgehalten,
bis zu dieser Wegbiegung,
da hat sich ein Engel zu dir gesellt
und dir zugeflüstert:
Bleibe stehen und ruhe dich aus.

 © 2024 | Gudrun Kropp | Schongau


Ich wünsche mir einen Freund

Einen, der es ehrlich mit mir meint
Einen, der meine Seele liebt
Einen, der mich wirklich kennt
und neben aller Unvollkommenheit
doch die wahren Beweggründe in mir sieht.

Ich wünsche mir einen Freund.

Einen, der mir selbst dann vertraut
und an mich glaubt
wenn es mal nicht so rosig
mit mir steht

Ich wünsche mir einen Freund
Einen, für den nicht nur
Sichtbares zählt
Einen, der bereit ist
mich immer wieder neu
zu entdecken
Einen, der mit mir durch dick und dünn
zu wagen geht
Einen der unablässig
mit mir gemeinsame Ziele anstrebt.

Ich wünsche mir einen Freund
dem ich mich ganz anvertrauen kann.
Diesen Freund und gerade diesen,
finde ich bestimmt,
irgendwann
und wenn ich dafür
die Welt halte an.

© 2024 | Gudrun Kropp | Schongau



Die Seele

Ein Stimmungsbarometer:
Manchmal stürmisch
dem Wetter gleich

Braust auf wie der Wind
trotzig wie ein Kind

Strahlt hell wie die Sonne
dann wieder der Blick vernebelt
sieht die schönen Seiten
des Lebens nicht

Weint in traurigen Stunden
in Regentropfenmanier
Oft kalt und unberechenbar
von düsteren Gedanken beherrscht
sendet Donner und Blitze aus.

Die Seele - ein immerwährendes
Auf und Ab
im Lauf der Zeit
Doch letztlich
tief innen verletzlich

© 2024 | Gudrun Kropp | Schongau


Margeritenbaum

In deinem
Blütenmeer
ertrinken will
ich und wieder
auferstehen
weiß und rein
dein
prickelndes
Leben
aufsaugen
mit allen
Fasern
mich
mit
dir verbinden

© 2024 | Gudrun Kropp | Schongau

Farn

Als man dich aus der
Enge der vier Wände
Nahm
In die Weite entließ

Ahnte niemand was aus
Dir werden würde

In die Nähe des Wassers
Gestellt zeigtest
Du was in dir steckt
Deine filigranen Blätter
Zum Himmel
Ausgerichtet besaßen
Noch nie ein so saftiges
Grün

Zyperngras
Ist dein Gesell

© 2024 | Gudrun Kropp | Schongau


Naturgewalt pur

Meeresbrausen Meereswüten
Wellen treiben ihren Unmut
Schlagen mit aller Wucht
Gegen alles ihnen im Wege stehende
Felsblöcke halten der Naturgewalt stand

Unaufhaltsam graben sich tosender Wind
Und Wasser in die Seele der Natur
Sie hinterlassen ihre Spuren
Regen peitscht schonungslos
Über die einsame Felsenkluft

Du ungestüme Kraft der Natur
Du, der du dem Gestein deine Narben
Aufgedrückt und hast dir für alle Zeiten
Selbst ein Zeichen gesetzt

Die Sonne gibt sich mit geballter Kraft
Und geht an keinem Ort vorüber

Ihren versengenden, heißen Strahlen
Hält kein Erdboden stand
Sie haben Trockenheit und Dürre
Hervorgebracht

Sonnengebräunte Haut an belebten Küsten
Badehungrige Abenteuersuchende
Weit und breit mit Mitteln ausgerüstet
Um der Natur
Ihre Geheimnisse abzugewinnen
Nur eine Hand breit unter dem Wasser
Der Blick auf den Meeresgrund
Erschließt dem Menschen
Eine an Schönheit und Artenvielfalt

Nicht zu überbietende
Faszinierende Welt

Du unergründliche Natur
Du, die Du Dich niemals in
Deiner Erhabenheit und Majestät
Von Menschen ergründen
Du, die Du Dich nie ganz
In die Karten schauen lässt
Doch uns, den menschlichen Geschöpfen
Ab und an eine Ahnung
Der Existenz himmlischer Welten
Und Regionen
Zu geben vermagst.

© 2024 | Gudrun Kropp | Schongau



Ohnmächtig

Ohnmächtig – in Zwängen gefangen sein –
Kampf der Toten und dennoch
nach Leben sich Sehnenden
im Totenreich, in dem es schon lange
nicht mehr um Leben und das Wiedererlangen
von Leben geht.

Ein Reich, ein Ort, in dem der Sieger
schon fest steht, bevor
der Kampf begonnen hat.

Ohnmächtig, der, der als noch Lebender
mit Waffen kämpft, die im Totenreich
keine Schlagkraft haben.

Tot dieser Jemand. Und dennoch
die Sehnsucht nach Lebendigkeit,
die ihm immer wieder eine beinahe
gespenstische Widerstandskraft gegen
die vorprogrammierte Niederlage verleiht.

Kampf gegen das Leben oder den Tod?
Niemand weiß es so genau.
Nur Einer, der sich hämisch grinsend
und selbstherrlich auf seinem Sessel,
der einem Thron gleicht,
niedergelassen und bequem
gemacht hat,
um das seit unzähligen Zeiten
sich immer wiederholende
Schauspiel, der zum Tode Verdammten
mit einem Hauch von Sinnlichkeit
und Begierde genussvoll, heiter
und mit purer Freude
in sich aufzusaugen.

© 2024 | Gudrun Kropp | Schongau


Das Böse

Das Böse
Es arbeitet mit List Betrug
Und Täuschung

Die geschürte Angst
Als mächtiger Begleiter
Hat so manches
Schwache Herz zerfetzt

Das Böse
Zeigt ein maskenhaftes
Stelldichein
Es kämpft um Seelen
Lockend ihrer begehrend

Kindliche Seelen die nicht
Wissen um des Teufels Glut
Das Böse
geht umher wie ein brüllender
Löwe und sucht
wen es verschlingen kann

Als Mensch getarnt
Lässt es sich feiern
Gewissenlos und ohne
Regung des Gemüts
Führt ES sein Werk
In freudig-grinsender Begierde
Und Wohlgemut

Zu spät erkennt
Der Ahnungslose
Die Fänge in die
Er einst geriet

Das Böse lacht mit
Schauderhafter Stimme
Hat ES doch wieder mal
Geschafft
Ein Opfer einzufangen

Allein das Herz
Das sich nicht 
In seine Gewalt begab
Wird überleben
Mit einer Kraft
Die ihm das Schöpferische
Gab und
Seine angeboreren Sinne


© 2024 | Gudrun Kropp | Schongau


Gewalt aus allen Kanälen


Aus allen Kanälen
der Film - Industrie
fließt diese zerstörerische
Menschen- und
lebenverachtende,
sexualisierte Gewalt.

Sie glotzt uns mit leeren
abgestumpften Augen an,
aus denen
das Licht gewichen ist
und sucht
wen sie verschlingen kann.

Wer sind wir,
die wir es uns im Sessel
bequem gemacht haben?
Spüren und ahnen
nicht ihre tödliche,
abstumpfende Wirkung?

Und immer noch sagen wir:
"Es ist doch nur Unterhaltung!?"

© 2024 | Gudrun Kropp | Schongau
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